Bienenpakt – Biene und Bauer
Blühende Kulturen - ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität

Landwirtschaftliche Bewirtschaftung und Erhalt der Artenvielfalt sind kein Widerspruch. Die Landwirtschaft kann durch den Anbau von blühenden Kulturen einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten.

Blühende Kulturen können sehr gut mit den ohnehin bestehenden Anforderungen im Rahmen der Greeningauflagen kombiniert werden. Das bayerische Kulturlandschafts- und Vertragsnaturschutzprogramm bietet hierzu weitere Förderungsmöglichkeiten an, um blühende Kulturen in betriebliche Fruchtfolgen zu integrieren.

Neben den pflanzenbaulichen Vorteilen einer aufgelockerten Fruchtfolge können Bienen, Wildbienen und andere Insekten erheblich von blühenden Kulturen in der Landschaft profitieren. Und nicht zu vergessen: Blühende Landschaften sorgen für eine positive Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Bevölkerung.

Bienenpakt – Biene und Bauer: Flächenmeldung von Blühflächen

Auch heuer können Landwirte ihre Blühflächen an den Bienenpakt Altmühlfranken melden. Die gemeldeten Flächeninformationen werden an die ortsansässigen Imker weitergeleitet.
Raps, Ökologische Vorrangflächen - Honigbrache, Brachen mit Blühflächen, Leguminosen, blühende Dauerkulturen z.B. Silphie, Blühstreifen und Bejagungsschneisen mit Blühflächen

per E-Mail an: Imker-Wug@gmx.de

Notwendige Angaben:

  • Vorname, Name
  • Straße, Hausnummer
  • PLZ, Ort
  • Telefonnummer
  • Mobilnummer
  • Fax
  • E-Mail
  • Fruchtart
  • Flächengröße in Hektar
  • Blühzeitraum circa

Raps

Nachweislich kann die Bestäubung von Raps durch Honigbienen zu deutlich höheren Erträgen führen. Neben der mengenmäßigen Steigerung des Ertrages sind als weitere Vorteile ein gleichmäßiges Abblühen und damit eine gleichmäßige Abreife zu nennen.

Ökologische Vorrangflächen als Blühflächen

Brache mit Honigpflanzen
NC 065, Brache mit Honigpflanzen einjährig
NC 066, Brache mit Honigpflanzen mehrjährig
"Brache mit Honigpflanzen" liefert ein weiteres Trachtangebot für Bienen. Die gezielte Ansaat von ein- oder mehrjährigen Blühflächen (Brache mit Honigpflanzen) kann als ökologische Vorrangfläche beantragt werden. Dabei sind pollen- und nektarreiche Mischungen gefordert, bei einjährigen Anbau mit mindestens blühenden 10 Arten, bei mehrjährigen Anbau mit mindestens 20 blühenden Arten (15 Arten aus der Gruppe A und 5 Arten aus der Gruppe B nach Anlage 5 DirektZahlDurchfV).
Näheres zu den Anbauanforderungen ist im Merkblatt zum Mehrfachantrag 2021 aufgeführt.

Anlage 5 - Zulässige Arten auf für Honigpflanzen genutztem brachliegendem Land Externer Link

Brachliegende Flächen, Puffer und Feldrandstreifen und Waldrandstreifen

NC 062, Brachliegende Flächen
NC 054, Beihilfefähige Ackerstreifen an Waldrändern
NC 058, Pufferstreifen und Feldrand auf Ackerland
Neben der Selbstbegrünung ist die Ansaat mit verschiedensten Blühmischungen möglich. Für die Honigbienen eignen sich vor allem blühkräftige, einjährige Mischungen. Wildbienen dagegen profitieren von mehrjährigen Mischungen mit heimischen Kräutern.
Beispiel Tübinger Bienenweide:

Die Bienenweidemischung "Tübinger Mischung" wurde für die Begrünung von brachgelegten Feldern im Extensivierungsprogramm der Europäischen Union entwickelt und wird seit Jahren in ganz Mitteleuropa erfolgreich auf allen Böden und in allen Lagen, mit Ausnahme trockener Sandböden, eingesetzt. Das Blütenangebot nutzen Honigbienen, Wildbienen und viele andere Insekten.
Als Saattermin wird Anfang Mai empfohlen. Die Aussaat sollte in feuchten Boden erfolgen. Das Saatgut sollte leicht von Erde bedeckt sein, da die Mischung einige Dunkelkeimer enthält. Bei Maschinensaat werden 7 kg/ha benötigt, bei Flächensaat 9 bis 10 kg.

Saatanteile Tübinger Mischung:

40 % Phacelia,
25 % Buchweizen
7 % Gelbsenf
6 % Koriander
5 % Ringelblume
5 % Schwarzkümmel
3 % Ölrettich
3 % Kornblume,
3 % Wildmalve
2 % Dill
1 % Borretsch
Blühbeginn: 3 Wochen nach Aussaat bis zum Einsetzen der ersten Fröste im Spätherbst.

Merkblatt LfL - Aussaat Blühflächen Externer Link

ZWF, Zwischenfrüchte

Zwischenfruchtmischungen als ökologische Vorrangfläche müssen aus mindestens zwei Arten bestehen, keine Art darf mehr als 60% Anteil an den Samen der Mischung haben.
Eine frühe Aussaat der Zwischenfrüchte begünstigt eine frühe Blütentracht für Bienen. Die zugelassenen Arten hierzu sind in Anlage 3 DirektZahlDurchV aufgeführt.
Interessante Pflanzen sind z. B. Phacelia, Buchweizen, Sonnenblume, Ölrettich, Rübsen, Senf. Wicken, Erbsen. Im Handel werden vielfältige Mischungen angeboten.

Leguminosen- Stickstoffbindende Pflanzen

Leguminosen können ein weiteres Nahrungsangebot für Bestäuber sein. Für ein stetes Blühangebot empfiehlt sich bei Rotklee und Luzerne die gestaffelte Mahd.
NC 210 Erbsen
NC 220 Ackerbohnen
NC 221 Wicken
NC 230 Lupinen
NC 421 Klee bzw. Rotklee
NC 423 Luzerne
NC 330 Sojabohnen

Durchwachsene Silphie und Energieblühmischungen

NC 802 Durchwachsene Silphie
NC 871 Energieblühmischungen
Im Energiepflanzensektor sind mittlerweile die Durchwachsene Silphie oder Energieblühmischungen wie z.B. der "Veitshöchheimer Hanfmix" auf schwächeren Standorten durchaus als Alternative zum Silomais zu sehen bzw. zur Auflockerung von engen Biogasfruchtfolgen.
Aufgrund der langandauernden Blüte von Juni bis in den Spätsommer gelten sie als gute Bienenweide. Sie sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für Blütenbesucher im Zeitraum August- September, in dem das Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten sehr begrenzt ist.

Anlage von Blühstreifen und Bejagungsschneisen

Es können grundsätzlich auf allen Flächen mit Acker- und Dauerkulturen Blühstreifen bzw. Bejagungsschneisen bis zu 20% des Flächenanteils angelegt werden, ohne dass ein gesonderter Schlag ausgewiesen werden muss. Der Blühstreifen bzw. die Bejagungsschneise werden der Gesamtfläche zugerechnet. Hier bietet sich eine gezielte Ansaat mit blühenden Kulturen an. Die Ernte sollte nach dem Verblühen der angesäten Kulturen erfolgen.