Düngung und gesetzliche Grundlagen

Güllefass auf Wiese

Die Düngegesetzgebung wurde umfassend novelliert. Neben der neuen Düngeverordnung (DüV) sind für bestimmte Betriebe zusätzliche Vorgaben zum Inverkehrbringen von Wirtschaftsdüngern oder zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz relevant.

Nachfolgend sind hierzu die wichtigsten Vorgaben im Verlauf der Düngesaison aufgeführt. Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Nmin-Proben für die Düngesaison 2020

Für die Düngesaison 2020 können Nmin-Proben alternativ zum Frühjahr auch im Herbst 2019 (ab dem 1. November) gezogen und nachfolgend im Labor untersucht werden. Aus dem analysierten Herbst-Nmin-Wert und weiteren schlagspezifischen Angaben wird im Frühjahr durch die LfL für den jeweiligen Schlag der Nmin-Wert simuliert. Dieser Wert ist dem Ergebnis einer Bodenstickstoffuntersuchung im Frühjahr auch zur Erfüllung der Vorgaben in den roten Gebieten gleichgestellt.

Vor der Düngung

Bereits vor der Düngung und zur Planung am Jahresanfang sind zu beachten:

Kalkulation organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha)

Mit organischen und organisch-mineralischen Düngern darf im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Flächen eines Betriebs nur so viel Stickstoff (N) ausgebracht werden, dass 170 kg N/ha und Jahr nicht überschritten werden.

Berechnung organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha) - LfL Externer Link

Berechnung des Lagerraumes für Gülle, Jauche und Stallmist

Die im Betrieb anfallenden Wirtschaftsdünger müssen über bestimmte Zeiträume gelagert werden können. Für eine ordnungsgemäße Lagerung sind entsprechend große Kapazitäten nachzuweisen.

Lagerraumberechnung für Wirtschaftsdünger - LfL Externer Link

Aufzeichnungs- und Meldeplicht bei Auf- oder Abgabe von Wirtschaftsdüngern

Beim Abgeben, Befördern und/oder Aufnehmen von mehr als 200 Tonnen organischem Dünger pro Jahr sind die Vorgaben der Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger (WDüngV) zu beachten.

Vorgaben der Verbringungsverordnung - LfL Externer Link

Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und Phosphat

Der Düngebedarf der Kulturen an Stickstoff oder Phosphat ist für alle Schläge bzw. Bewirtschaftungseinheiten schriftlich zu ermitteln. Ausgenommen sind lediglich kleine Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen.

Programme zur Düngebedarfsermittlung - LfL Externer Link

Materialproben für Laboruntersuchungen

DüV und Stoffstrombilanzverordnung geben verschiedene Kennzahlen und Basisdaten für die Berechnungen vor. Es können und teilweise müssen (Rote Gebiete) aber auch eigene Untersuchungen von Materialproben durchgeführt werden.

Anleitung zum Ziehen von Materialproben - LfL Externer Link

Bei der Düngung

Bei der Düngung sind die Regelungen zur Ausbringung zu beachten:

  • Eine Ausbringung auf überschwemmtem, wassergesättigtem, schneebedecktem oder gefrorenem Boden ist verboten.
  • Vorgaben zur Gerätetechnik
  • Regelungen zur Einarbeitung von Düngemitteln
  • Abstände zu Oberflächengewässern
  • Sperrfristen

Sperrfrist für Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau

Die Sperrfrist auf Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer Aussaat bis spätestens 15. Mai 2019 wird im Landkreis Nürnberger Land auf den Zeitraum 29. November 2019 bis einschließlich 28. Februar 2020 verschoben (4 Wochen).
Außerdem wird die Sperrfrist auf Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer Aussaat bis spätestens 15. Mai 2019 in allen übrigen Landkreisen und kreisfreien Städten von Mittelfranken auf den Zeitraum 15. November 2019 bis einschließlich 14. Februar 2020 verschoben. (2 Wochen).
Was bedeutet "mehrjährig"?
Mehrjährig bedeutet in diesem Kontext, dass das Feldfutter im Mehrfachantrag mindestens in zwei Jahren als Hauptfrucht angegeben sein muss. Bei einer Ansaat des mehrjährigen Feldfutters nach dem 15.05. ist im Ansaatjahr die Sperrfrist für Ackerland zu beachten.

Folgende weiteren Punkte sind bei der Ausbringung einzuhalten:

  • Je Hektar dürfen max. 30 kg Ammonium- und 60 kg Gesamtstickstoff ausgebracht werden.
  • Die nach der letzten Nutzung ausgebrachten Nährstoffmengen sind im Folgejahr bei der Düngebedarfsermittlung wie eine Frühjahrsgabe anzurechnen. Daraus leitet sich eine Notwendigkeit der Dokumentation der Ausbringung (Art und Menge) ab.
  • Der Boden muss aufnahmefähig sein.
  • Für Luzerne und Rotklee in Reinsaat besteht nach der neuen Düngeverordnung ein faktisches Stickstoff-Düngeverbot.
Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost
Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost darf nicht in der Zeit von 15. Dezember bis einschließlich 15. Januar ausgebracht werden.

Allgemeine Informationen zur Herbstdüngung

Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff (>1,5% N i.d. TS) unterliegen einer Sperrfrist. Dazu zählen Jauche, Gülle, Gärsubstrat (flüssig und fest), Klärschlamm, Geflügelkot, stickstoffhaltige Mineraldünger und auch Gemische aus organischen und mineralischen Düngern.
Generell ist auf Ackerland ab der Ernte der Hauptfrucht bis einschließlich 31. Januar eine Düngung verboten. Als Hauptfrucht wird die Frucht, die im Mehrfachantrag angegeben ist, definiert.

Es gibt jedoch einige Ausnahmen:

  • Zu Zwischenfrüchten und Winterraps dürfen bis zu 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff (bei einer Gülle mit 4% Stickstoff entspricht dies in etwa 15 m³/ha) bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis 15. September erfolgt.
  • Zu Wintergerste nach einer Getreidevorfrucht dürfen bis zu 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis Ende September erfolgt. Eine Düngung nach Mais (Körner- und Silomais) und vor bzw. zu einem Getreide (Wintergerste, Winterweizen) ist nicht mehr zulässig. Auch ist eine Düngung vor und zu Winterweizen (auch bei Getreidevorfrucht) untersagt.
  • Mehrjähriger Feldfutterbau hat die gleiche Sperrfrist wie Grünland, wenn die Aussaat bzw. Ernte der Deckfrucht vor 15. Mai stattgefunden hat.
    Eine Verschiebung der Sperrfrist auf Ackerland ist nicht möglich. Eine Düngung auf Ackerland ist auch unter Berücksichtigung der Ausnahmen spätestens ab 1. Oktober verboten.
Unverzügliche Einarbeitung
Bei Aufbringen von Gülle auf unbestelltes Ackerland ist auf eine unverzügliche Einarbeitung, spätestens 4 Stunden nach Beginn des Aufbringens zu achten.

Nach der Düngung

Am Ende des Düngejahres müssen die Nährstoffflüsse bilanziert werden.

Dabei ist zu beachten:

  • Der gesamtbetriebliche Nährstoffvergleich nach Düngeverordnung ist bis 31.03. des darauf folgenden Jahres zu erstellen. Ausgenommen sind lediglich kleine Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen.
  • Bestimmte Betriebe müssen zusätzlich eine Stoffstrombilanz rechnen.

Ausführungsverordnung Düngeverordnung - rote und grüne Gebiete

Die neue Düngeverordnung verpflichtet die Bundesländer, in Gebieten mit einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers (sogenannte "rote Gebiete") per Landesverordnung mindestens drei zusätzliche Auflagen bei der Düngung zu erlassen. Bestimmte Betriebe in wenig belasteten Gebieten (sogenannte "grüne Gebiete") können im Gegenzug Erleichterungen erhalten. Bayern kommt dieser Verpflichtung mit der Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV) nach. Sie trat am 01.12.2018 in Kraft. Aufgrund der unterschiedlichen individuellen Betroffenheit erhalten Landwirte im iBALIS ausführliche betriebsbezogene Informationen. 

Ausführungsverordnung DüV – rote Gebiete, grüne Gebiete - LfL Externer Link

Kontakt

Ansprechpartner

Ernst Hilmer
AELF Weißenburg i.Bay.
Bergerstraße 2 - 4
91781 Weißenburg i.Bay.
Telefon: 09141 875-1221
Fax: +49 9141/875-1013
E-Mail: poststelle@aelf-wb.bayern.de
Mehr zum Thema
Weitergehende und aktuelle Informationen zur Düngung bieten die Internetseiten der LfL.