Wissen wie's wächst und schmeckt
Ernten mit Herz an der Grundschule in Raitenbuch

Zweitklässler ernten ihr selbstangebautes Gemüse und bereiten leckere Wraps zu.

Kinder wieder stärker in Kontakt mit der Herkunft von Lebensmitteln zu bringen ist das Ziel von "Wissen wie's wächst und schmeckt", einem Angebot des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weißenburg für die Klassen 2 a und 2 b der Grundschule Nennslingen, Außenstelle Raitenbuch. Nach der Aussaat im Frühjahr ging es nun ans Ernten und Verarbeiten des selbstangebauten Gemüses.
Voller Spannung warten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Nennslingen, Außenstelle Raitenbuch, darauf, ihr selbst angebautes Gemüse zu ernten. In Pflanzkisten und Tetra Paks stehen Ende Juni 2019 im Schulhof Radieschen, Salat und Schnittlauch dafür bereit. Die gemeinsame Ernte und anschließende Zubereitung zu einem leckeren Wrap sind Bestandteil des Projekts "Wissen wie´s wächst und schmeckt", das das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weißenburg i.Bay. (AELF) in mehreren Grundschulklassen durchführt. Ziel dabei ist es, Kindern den Ursprung von Lebensmitteln wieder näher zu bringen und sie mit allen Sinnen für eine ausgewogene Ernährung zu begeistern.
Auch ernten will gelernt sein
Alle wollen jetzt nur eines, nämlich das selbst angepflanzte Gemüse ernten. Doch auch das will gelernt sein. Andrea Fina, Ansprechpartnerin für Ernährung am AELF erklärt: "Lasst beim Pflücksalat das Herz stehen, dann kann in ein paar Wochen noch einmal geerntet werden." Vorsichtig pflücken die Kinder den Salat und ziehen die Radieschen aus der Erde. Als nächstes darf jedes Kind mit einer Schere Schnittlauch abschneiden bis alle Pflanzkisten abgeerntet sind. Anschließend geht es in das Klassenzimmer, wo die Kinder in Teamarbeit das Gemüse waschen, schneiden, einen Kräuter-Dip rühren und schließlich alles zu einem Wrap verarbeiten, der gemeinsam verkostet wird.
Lebensmittel sind kostbar
Zu erleben wie aus einem kleinen Samenkorn und Pflänzchen etwas Essbares wird, ist eine wichtige Erfahrung für Kinder. Sie lernen so, dass Lebensmittel kostbar sind und nicht ohne weiteres frei verfügbar. Sie erleben dabei, dass es Zeit dauert und Aufwand erfordert, bevor das Gemüse reif ist und gegessen werden kann. Es mache den Kindern unheimlich viel Freude, den Prozess des Wachsens mit zu erleben und Wissen mit den eigenen Händen zu begreifen, betonen Silke Schärfchen und Claudia Forster, die beiden Lehrerinnen, die das Projekt begleitet haben. "Die Kinder haben sogar in ihrer Freizeit nach den Pflanzkisten geschaut und sie mit Wasser versorgt", verraten sie.
Die Kinder haben inzwischen das geschnittene Gemüse und den Kräuterquark als Buffet angerichtet und rollen sich ihren individuellen Gemüsepfannkuchen. "Ist das lecker!", verkündet ein Mädchen begeistert und beißt genussvoll in seinen Wrap.

Ansprechpartnerin

Andrea Fina
AELF Weißenburg i.Bay.
Bergerstraße 2 - 4
91781 Weißenburg i.Bay.
Telefon: 09141 875-1204
Fax: +49 9141/875-209
E-Mail: poststelle@aelf-wb.bayern.de

Zweitklässler säen und pflanzen an der Grundschule in Raitenbuch

Das Projekt "Wissen wie's wächst und schmeckt!" geht in die zweite Runde. Das Angebot des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weißenburg soll Grundschulkindern vermitteln, wo unser Essen herkommt.
Gemeinsam mit der Ansprechpartnerin für Ernährung am AELF, Andrea Fina, bauen die Kinder der Klassen 2 a und 2 b der Grundschule Nennslingen, Außenstelle Raitenbuch, ihr eigenes Gemüse an.
Start nach den Osterferien 2019
Pflanzkisten und Tetra Paks stehen im Schulhof der Raitenbucher Grundschule bereit, daneben Tütchen mit Saatgut und Kisten mit Jungpflanzen, die Marie-Luise Bauer von der Gärtnerei Bauer (Titting) mitgebracht hat: verschiedene Salate, Schnittlauch, Samen von Radieschen und sogar essbare Blüten. Die Blüten von Ringelblume und Viola durften vor dem Pflanzen sogar probiert werden. "Lecker, ich mag am liebsten die Ringelblume!" so eine Schülerin begeistert.
Aussaat in Bäckerkisten
Unter Anleitung der Gärtnerin säten und pflanzten die Kinder gruppenweise Gemüse in Bäckerkisten, die zuvor sorgfältig mit Erde befüllt wurden. Dabei erklärte Marie-Luise Bauer die genaue Pflanztiefe und den Abstand bei der Pflanzung des Salats und bei der Saat der Radieschen.
Junge Gartenexperten
Einige Schüler erwiesen sich als wahre Gartenexperten: "Das habe ich mit meiner Oma schon ganz oft gemacht", meldete sich einer ganz stolz. Parallel dazu säte die zweite Gruppe mit Andrea Fina essbare Blüten in die mitgebrachten Tetra Paks, anschließend erfolgte ein Gruppentausch.
Gespür für Pflanzen
Begleitet und unterstützt wurde die Pflanzaktion von den beiden Klassenlehrerinnen Claudia Forster und Silke Schärfchen, die in den kommenden Wochen zusammen mit ihren Klassen dann auch die Pflege der Gemüsekisten übernehmen werden. "Die Kinder bekommen durch das Übernehmen der Pflege ein Gefühl dafür, was Pflanzen brauchen, um zu wachsen und zu gedeihen", so Fina. Das Verantwortungsbewusstsein und auch die Wertschätzung für Lebensmittel werden so gefördert.
Pflanztagebuch
Die Kinder halten in einem Pflanztagebuch über die nächsten Wochen ihre Erfahrungen fest: Wann haben die Radieschen gekeimt, wie schnell wächst der Schnittlauch, sind die Pflanzen gesund? Mussten Schnecken abgesammelt werden?
Ernte vor den Pfingstferien
"Kurz vor den Pfingstferien komme ich wieder. Wir ernten dann Salat, Radieschen, Schnittlauch und die Blüten. Daraus rollen wir leckere Gemüsepfannkuchen und essen sie gemeinsam", versprach Andrea Fina den Kindern. "Auf Englisch heißt das Wrap", wusste ein besonders aufmerksamer Schüler. So steht es auch auf dem Plakat, das zum Schluss noch an den Gemüsekisten angebracht wurde: "Wrap'n Roll im Klassenzimmer".

Rückblick

Pflanzprojekt 2018

Pflanzprojekt an der Grundschule Weißenburg

Kinder wieder stärker in Kontakt mit der Herkunft von Lebensmitteln zu bringen, ist das Ziel von "Wissen wie's wächst und schmeckt", einem Angebot des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weißenburg für Grundschulkinder.
Start war nach den Osterferien 2018 mit dem Aussäen und Anpflanzen an der Grundschule Weißenburg zusammen mit Gärtnerin Ann-Kathrin Beck von der Gärtnerei Strauß. Die Klasse 2b pflanzte in Kisten und eigenen mitgebrachten Behältnissen Gemüse, Salat und Kräuter an. Während der Wachstumsphase sind Sorgfalt und Zuverlässigkeit gefragt: Die Kinder kümmern sich zusammen mit der Klassenlehrerin Martina Ritter selber um "ihre" Pflanzen. Nach einer Woche waren schon die Radieschen gekeimt, die Fortschritte werden in einem Pflanztagebuch festgehalten.
Wertschätzung für Lebensmittel
"Unser Ansatz in der Ernährungsbildung ist es, Kinder über das eigene Tun mit allen Sinnen an eine ausgewogene Ernährung heranzuführen", sagt Andrea Fina, Ansprechpartnerin Ernährung am Amt, die das Projekt betreut. "Sie erfahren, dass es Zeit braucht und Aufwand erfordert, damit Pflanzen wachsen und gedeihen. Damit ist auch die Absicht verbunden, dass Kinder eine größere Wertschätzung für Lebensmittel entwickeln", so Fina.
Büffet in Teamarbeit
"Oh je, da hat was dran gefressen", entdeckt ein Kind einen angeknabberten Salatkopf. Auch einige Radieschen haben Fraßspuren. Insgesamt ist in den Pflanzkisten dank der warmen Witterung und der guten Pflege aber so viel gewachsen, dass es sicher für die knapp 40 Kinder reichen wird, die bei der Aktion mitmachen. Als alle Pflanzkisten abgeerntet sind, geht es in den Speisesaal, wo die Kinder in Teamarbeit das Gemüse waschen, schneiden und als Büffet anrichten.
Nachahmung zuhause
"Es hat den Kindern sichtlich viel Freude gemacht, zu säen, zu pflanzen und das Wachsen mit zu erleben. Fleißig haben sie gegossen und beobachtet und geerntet", betont Andrea Fina. Einige bauten jetzt zuhause selbst Gemüse auf dem Balkon oder im Garten an. "Wenn unser Projekt diese nachhaltigen Impulse gibt, dann freut uns das sehr", sagt Fina.
Seit dem Anpflanzen nach den Osterferien haben die Kinder in Eigenregie die Pflege in Form eines Gießdienstes oder einer "Schnecken- und Läusepolizei" übernommen. Sie erlebten dabei, dass es Zeit dauert und Aufwand erfordert, bevor das Gemüse reif ist und gegessen werden kann. Dadurch können Kinder eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel entwickeln.
Im Speisesaal haben die Kinder unterdessen unter Anleitung von Fina, Ritter und Mitarbeiterinnen der Ganztagesklasse Radieschen, Salat und Schnittlauch geschnippelt, einen Kräuterquark angerührt und alles zu einem leckeren Wrap zusammen gerollt. Sogar einige Eltern sind dabei und helfen tatkräftig mit.
"Die Schnittlauchblüten schmecken aber ganz schön scharf", verkündet eins der Kinder, um sich gleich eine weitere Blüte in den Mund zu schieben. "Mir schmecken am besten die Radieschen", so ein weiteres Mädchen und beißt genussvoll in ihren Gemüsepfannkuchen. Sichtlich zufrieden stellen sie fest: "Nun wissen wir, wie´s wächst und schmeckt."